Wutanfälle in der Öffentlichkeit

Letztens hatte mein Kleinkind einen Wutanfall. In der Öffentlichkeit. Wie im Lehrbuch. Und ich muss gestehen, dass ich innerlich hin und her schwankte zwischen meinem Mutter-Ich und meinem Pädagogen-Ich, zwischen Mitleid, Ungeduld und Faszination. Aber wir haben die Situation eigentlich ganz gut gelöst bekommen.

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Warum haben Kleinkinder überhaupt diese Wutanfälle?

Kindliche Wutanfälle sind anstrengend – für die Eltern, in erster Linie aber für die Kinder. Kleinkinder durchlaufen eine enorme Entwicklung, sie lernen zu sprechen und zu kommunizieren, sie entwickeln viele grob- und feinmotorische Fähigkeiten, sie lernen zu kooperieren, sie lernen sich in andere hinein zu versetzen, sie lernen ihre Impulse zu kontrollieren. Und noch vieles mehr.

All diese Entwicklungen verlaufen parallel, manchmal sehr schnell, manchmal mit Pausen, manchmal auch mit „Rückschritten“, oft in Sprüngen. Häufig kann man den Eindruck gewinnen, dass sich Kleinkinder in ihrer enormen Entwicklung selbst überholen. Das ist anstregend. All das neu Gelernte in Einklang zu bringen ist eine große Herausforderung. Und genau das kann zu Frust führen.

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Frust gehört dazu

Frust gehört dazu und die meisten Kinder zeigen ihren Frust sehr offen. Zum Beispiel indem sie schreien, sich auf den Boden werfen, mit den Füßen trampeln, Sachen umher werfen. Ein Kind bedürfnisorientiert durch so einen Wutanfall – zudem noch mit Publikum in der Öffentlichkeit und Geschwistern im Hintergrund – zu begleiten ist gar nicht so einfach. Aber möglich.

Wie wir bedürfnisorientiert mit Wutanfällen umgehen können

Ich war sehr erleichtert, dass ich in der Situation nicht alleine war und nicht irgendwie die Bedürfnisse beider Kinder alleine in Einklang bringen musste. Das funktioniert nämlich leider nicht immer. Mein Mann schnappte sich das andere Kind, den Einkauf, den Kinderwagen und alles, was wir sonst noch bei uns hatten und ging schon einmal vor. Und ich blieb mit unserem wütenden Kind zurück. Mitten in der Stadt. Vor einem Juwelier. Der nach etwa 20 Minuten Dauergebrüll dezent seine Tür  schloss, während jemand auf der gegenüberliegenden Straßenseite laute Musik anschaltete.

Nun denn.

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Da saß ich also mitten auf einem belebten Fußweg mit meinem wütenden Kind in der prallen Sonne. Die meiste Zeit war ich einfach nur da. Zwischendurch fragte ich immer mal wieder an, ob wir weiter gehen könnten, ob ich mein Kind auf den Arm nehmen könnte. Es dauerte eine ganze Weile bis meine Fragen und Annäherungsversuche nicht mehr abgewehrt wurden. Also wartete ich ab. Das war nicht immer leicht, aber irgendwie ging es.

Was mir geholfen hat, ruhig zu bleiben und die Wut auszuhalten

Zwischendurch sang ich leise vor mich hin – wahrscheinlich mehr um mich selbst, als um mein Kind zu beruhigen. Ich bemühte mich darum, die Leute um uns herum möglichst wenig zu beachten. Die meisten blieben allerdings wenig beeindruckt. Einige lächelten mir sogar zu, offensichtlich kannten sie sich mit derlei Situationen ebenfalls aus.

Irgendwann durfte ich mein Kind dann auf den Arm nehmen. Wir gingen ein Stück, zunächst noch begleitet von schon deutlich leiserem Wutgebrüll. Irgendwann in Stille. „Manchmal ist einfach alles doof, oder?“ fragte ich. „Ja.“ antwortete mein Kind. „Du warst ganz schön wütend.“ stellte ich fest. „Ja.“ „Geht es dir jetzt besser?“ „Ja.“ Was will man mehr.

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Irgendwann ist tatsächlich wieder alles gut

Nach einer Weile verkündete mein Kind freudestrahlend es wolle jetzt selbst laufen. Hand in Hand liefen wir an einer belebten Straße entlang in Richtung Heimat. Was für ein schöner Spaziergang. Und die Wut war längst verarbeitet und vergessen.

Wie erlebt ihr die Wutanfälle eurer Kinder?

Stillen in der Öffentlichkeit – Mein Gastbeitrag für Motherbirth

Dieser Artikel ist ursprünglich bei meiner Bogger-Kollegin Motherbirth erschienen.

Vor der Geburt meines ersten Kindes war mir gar nicht bewusst, was Stillen für ein großes Thema ist. Wie viel darüber debattiert und gestritten wird. Wie viel jeder mitreden möchte. Obwohl stillen eigentlich etwas ganz Persönliches ist – zwischen Mutter und Kind. Und sonst niemandem.

Und so unkompliziert wie ich vom Stillen dachte, wurde es für mein Kind und mich dann tatsächlich auch. Erst im Laufe der Zeit wurde mir klar, dass das gar nicht so selbstverständlich ist. Wir stillten einfach so vor uns hin, als ob es das Normalste der Welt wäre (und das ist es ja auch), bis ich sage und schreibe vier (!!) Wochen nach der Geburt zum ersten Mal gefragt wurde: „Stillst du denn noch?“

Ich fiel aus allen Wolken

Und so ging es dann munter weiter. Ob das Kind denn nur Milch bekomme? Ob es im Sommer nicht mehr Flüssigkeit brauchen würde, ein bisschen Fencheltee hätte doch nun wirklich noch niemandem geschadet? Ob das Kind denn auch mal was „Richtiges“ bekomme? Ob ich denn immer noch stillen würde, obwohl mein Kind schon Zähne habe? Ob es mich denn nicht beißen würde?

Und das war noch harmlos.

„Jetzt musst du aber aufhören zu stillen!“, „Das Kind isst ja gar nichts!“ und ähnliche Ratschläge wurden mir alsbald auch zuteil. Ich traute meinen Ohren nicht. Und stillte trotzig weiter. Zum Glück.

Mein Kind gedieh prächtig. Es begann tatsächlich erst sehr spät zu essen. Und oft höchstens mikroskopische Mengen. Aber es gedieh. Und die Kinderärztin war zufrieden. Und das wurde meine stoische Standard-Antwort: „Die Kinderärztin ist zufrieden.“ Punkt. „Naja, es ist ja auch das Beste!“ antworteten dann viele weise Menschen beflissen – obwohl sie ganz offensichtlich das Gegenteil annahmen.

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Heute stille ich immer noch. Oder wieder.

Ich habe gelernt gar nicht mehr hinzuhören, wenn ich mit weisen Ratschlägen bedacht werde. Ich ignoriere sie. Ich tue nicht einmal so, als ob ich zuhören würde. Und das finde ich noch nicht einmal respektlos – im Gegenteil: Ich finde es respektlos sich in derart persönliche Dinge einzumischen. Zumal wenn die Kinder ganz offensichtlich prächtig gedeihen. Und es der Familie gut geht.

„Wie lange möchtest du denn stillen?“ wurde ich oft gefragt. Ich konnte die Frage nie beantworten. Wie auch? Kann man das denn planen? „Ich weiß nicht so genau, vielleicht bis ich wieder schwanger bin.“ war meist meine Antwort. Und so kam es tatsächlich auch.

Was ich für zukünftige Stillbeziehungen gelernt habe

Eine Hebamme prophezeihte mir vor einiger Zeit, dass man mit jedem Kind selbstbewusster wird. Und zumindest für mich stimmt das auch. Blicke, Kommentare, hochgezogene Augenbrauen – all das prallt an mir ab. Ganz gleich ob es ums Stillen, Tragen, Schlafen, kleinkindliche Wutanfälle oder worum auch immer geht.

Und genau das nehme ich mit in zukünftige Stillbeziehungen. Diese Ruhe. Denn Ruhe ist das Allerwichtigste für die Stillzeit.

Ein Wochenende in Bildern – 20./21. August 2016

Unser Wochenende begann mit einem sonnigen Spaziergang am See – und einem Eis. Kann es einen schöneren Beginn für ein Wochenende geben?

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Wir haben den norddeutschen Sommer an diesem Wochenende sehr genossen. Es war warm, aber nicht heiß, nie windstill, sonnig und trotzdem wolkig und auch immer wieder regnerisch. Ganz wunderbar ist, wenn man so eine schöne Zeit am Wasser verbringen kann.

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Die Sonne glitzert im Wasser und alles sieht aus wie in Gold getaucht…

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Wir haben viel Zeit draußen verbracht, am Wasser, in der Sonne, auf dem Spielplatz – und auch mal unter einem Baum, um uns vor dem Regen zu schützen.

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Außerdem haben wir die Beerenzeit voll ausgekostet und Brombeeren gesammelt – und gegessen. Aber auch getrunken.

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Im Freien haben unsere Kinder mit Blättern, Stöcken und Steinen gespielt und auch drinnen brauchen sie nicht viel, um zu spielen. Manchmal reichen schon ein Schuhkarton und ein paar Holzklötze…

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Der Sommer grünt und blüht und zeigt sich momentan von seiner schönsten Seite.

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Wie war euer Wochenende?

Warum unsere Kinder nicht selbstbestimmt fernsehen und Süßigkeiten essen dürfen

Unsere Kinder dürfen nicht selbstbestimmt fernsehen. Und wir regulieren auch den Süßigkeitenkosum. Und das trotz Bedürfnisorientierung und Attachment Parenting. Wie kann das sein?

Was ist eigentlich Attachment Parenting – und was nicht?

Wir verstehen Attachment Parenting als einen achtsamen, respektvollen und vor allem warmherzigen und liebevollen Weg in der Familie. Unsere Kinder sollen eine gute und sichere Bindung zu uns aufbauen können, weil sie uns vertrauen können, weil sie wissen, dass wir ihre Bedürfnisse sehen, ernst nehmen und wenn irgend möglich erfüllen.

Das heißt jedoch nicht, dass wir nie „Nein!“ sagen. Das heißt auch nicht, dass unsere Kinder alles dürfen was sie wollen. Das heißt außerdem nicht, dass es keine Grenzen gibt.

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Was ist Machtmissbrauch in der Familie?

Manche Eltern sehen diese Einstellung als Machtmissbrauch an. Ich finde, das ein bisschen zu undifferenziert. In manchen Familien gibt es tatsächlich Machtmissbrauch, unseren Weg sehe ich allerdings mehr als Verantwortung übernehmen an.

Unsere Kinder sollen frei sein und eigene Entscheidungen treffen können. Freiheit bedeutet allerdings auch immer Verantwortung – ohne Verantwortung keine Freiheit. Natürlich können auch Kinder schon Verantwortung übernehmen – aber eben noch nicht im gleichen Maß wie Erwachsene.

Und da kommt das „Nein!“ ins Spiel.

Einige Eltern möchten den Fernseh- und Süßigkeitenkonsum ihrer Kinder nicht reglementieren, sondern halten es nur für legitim persönliche Grenzen zu ziehen. Diese Haltung heißt „unerzogen“. Unerzogen ist sozusagen die Steigerung von Attachment Parenting. Ich respektiere diesen Weg – wir persönlich gehen ihn allerdings nicht mit.

Vielleicht hätten meine Kinder tatsächlich Spaß daran fer zu sehen. Aber könnten sie die Verantwortung schon selbst tragen? Mit was für Inhalten werden Kinder im Fernsehen konfrontiert? Welche Werte werden ihnen vermittelt? Können sie das verarbeiten, was sie dort sehen? Oder sollte ich das steuern?

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Warum ich diese Entscheidungen eben nicht meinen Kindern überlasse – bzw. nicht ihnen allein

Einige von euch werden jetzt vielleicht sagen: „Überlass diese Entscheidungen doch deinen Kindern!“ Aber ich würde da widersprechen. Meine Kinder können noch nicht zwischen Fiktion und Realität unterscheiden. Sie können noch nicht kritisch hinterfragen, ob das, was sie sehen und was ihnen vermittelt wird, richtig und gut ist oder nicht.

Auch als „kindgerecht“ verkaufte Formate zeigen bspw. Gewalt – meist wird sie lustig dargestellt. Aber ist Gewalt lustig? Und welches Bild wird meinen Kindern da vermittelt? Können sie das überhaupt verarbeiten?

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Was passiert beim Fernsehen?

Kinder, die nicht vor dem Fernseher oder Computer sitzen, sind fast ständig in Bewegung und immer aktiv. Kinder vor dem Fernseher oder Computer sind reglos und passiv. Das hat einen Einfluss auf ihre Entwicklung – auch auf die Entwicklung ihres Gehirns. Und nein, diese Konsequenzen können meine Kinder nicht abschätzen. Und deswegen können sie dafür auch noch nicht die Verantwortung tragen.

Ähnlich ist es mit Süßigkeiten.

Vermutlich würden Süßigkeiten meinen Kindern gut schmecken, wenn sie sie kennen würden. Vielleicht würden sie gern eine ganze Menge davon essen wollen. Warum eingreifen?

Weil meine Kinder die Verantwortung für ihre Gesundheit noch nicht tragen können. Und ich ihnen diese auch noch nicht aufbürden möchte. Meine Kinder wissen noch nicht was Zucker ist. Und sie wissen auch noch nicht, was Zucker in ihrem Körper bewirken kann. Ich schon.

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Eingreifen oder nicht eingreifen – ist das wirklich die Frage?

Ich glaube die entscheidende Frage ist gar nicht so sehr, ob man überhaupt eingreifen sollte, sondern eher wie man eingreifen sollte.

Stelle ich allein Regeln auf oder bespreche ich mit meinen Kindern (ihrem Alter entsprechend) meine Bedenken und suche gemeinsam mit ihnen eine Lösung?

Drohe ich ihnen, schimpfe ich, bestrafe ich oder höre ich mir die Meinung und Wünsche meiner Kinder an und suche gemeinsam mit ihnen nach einem Weg?

Das macht einen großen Unterschied und hilft meinen Kindern auch dabei Verantwortung zu übernehmen. Wie seht ihr das? Wie macht ihr das in eurer Familie?

Ein Wochenende in Bildern – 13./14. August 2016

Unser Wochenende begann früh – nach einer Nacht mit wenig Schlaf. Das gehört eben dazu. Und das hinderte das Wochenende auch nicht daran sehr schön zu werden.

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Ein Smoothie für extra viel Energie und dann kann es auch schon los gehen.

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Auf den Markt! Auf dem Heimweg kommen wir an vielen Gärten vorbei, in denen es grünt und blüht – wie diese Hortensien:

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Ungeplanterweise wird unser Mittagessen diesmal vegan, weil wir vergessen haben Eier zu kaufen. Aber Servietten-Knödel kann man offenbar auch mit Bananen herstellen. Und zwar ohne, dass sie nach Bananen schmecken. Man lernt nie aus.

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Außerdem backen wir natürlich Brot – aber das tun wir ja mehrmals die Woche.

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Mittagsschlaf…

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Und dann geht es auf zu einem Familien-Ausflug – zum Flughafen. Nein, geflogen sind wir nicht. Aber es war beeindruckend das Landen und Abfliegen der Flugzeuge zu beobachten und zu erkunden wohin all die Menschen reisen.

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Das Wetter ist wechselhaft…

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… aber auch im Nieselregen ist ein Abstecher auf den Spielplatz schön.

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Unterwegs haben wir Kräuter gesammelt. Ein paar Kräuter haben wir auch auf dem Markt gekauft und eine Rose aus unserem Garten haben wir auch in unser Kräuterbüschel gebunden. Morgen ist nämlich Mariä Himmelfahrt und da werden unsere Kräuter dann gesegnet (manche Menschen lassen auch Blumensträuße zu Mariä Himmelfahrt segnen, aber wir bevorzugen Kräuter).

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Die Kinder spielen. Mit dem Aufräumen klappt es noch nicht so gut…

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Und nach dem Abendessen geht es so langsam ins Bett.

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Wie war euer Wochenende?

12 von 12 im August 2016

Unser Tag begann früh – mit einem Termin, der sich in die Länge zog, dafür aber mit einem schönen langen Spaziergang beendet wurde.

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Der Morgen war grau, aber doch mild und freundlich. Und herbstlich. Der Sommer scheint sich zu verabschieden und wir begrüßen mit großer Freude den frühen Herbst.

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Auf unserem morgendlichen Spaziergang konnten wir dann nicht nur die üppige Blumenpracht in den umliegenden Gärten bewundern, sondern auch reife Äpfel. Und Brombeeren!

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Die Erntezeit ist eine großartige Zeit. Wir haben gleich ein paar Brombeeren probiert – die zugegebenermaßen noch etwas sauer waren.

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Während die Kinder nach dem langen Spaziergang Mittagsschlaf machten, hatte ich Zeit etwas zu arbeiten. Home Office mit zwei kleinen Kindern zu Hause ist definitiv eine Herausforderung!

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Zum Nachmittagskaffee gab es bei uns Banane-Mandel-Milchshake.

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Und bevor ich mich noch mal in den Regen wagte, kümmerte ich mich um unseren selbstgemachten Apfelessig.

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Draußen nahm ich mir etwas Zeit für unsere Rosen. Mitten im Regen. So sehr ich mich auf den Herbst freue – die Zeit der Rosen ist dann vorbei.

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Blöd nur, dass ich die Wäsche draußen im Regen vergessen hatte…

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Der Tag endete mit der Wochentagsmesse in unserer Kirche.

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Wie war euer Tag?

Natürliche Babypflege – Nachhaltigkeit in der Familie

Manchmal gehe ich in Drogerie-Märkte. Das tue ich nicht besonders gerne, aber hin und wieder brauche ich etwas, was ich dort besorgen kann. Und dann sehe ich all das, was ich nicht brauche. Besonders im Baby-Regal…

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Geht es nur mir so? Oder geht es euch ähnlich?

Immer wieder frage ich mich, wer bloß all diese adrett in bunten Plastikverpackungen aufgereihten Produkte kauft. Aber offenbar tut das jemand, denn sonst würden sie ja nicht da stehen. Und von vielen Seiten wird uns auch glauben gemacht, dass für die Babypflege allerhand Zubehör notwendig sei. Und das es sich bei der Babypflege ohnedies um ein äußerst diffiziles, aufwändiges Unterfangen handle. Beinahe eine Wissenschaft. Vielleicht.

Plastikwindeln, Wegwerf-Wickel-Unterlagen, feuchte Tücher zum weg werfen, Popo-Creme, Pflege-Creme, Gesichtscreme, Lotion, Baby-Öl, Duschgel, Baby-Shampoo, Baby-Seife, Bäuchlein-Öl, Wind-und-Wetter-Creme, Baby-Schaumbad, Baby-Ölbad, Baby-einfach-nur-so-Bad, Zahnungs-Creme, Baby-Puder, Baby-Sonnenmilch, Baby-Zahncreme.

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Und das war nur das Pflege-Regal.

Es gibt auch noch das Essens-Regal (mit Baby-Müsli und Baby-Wasser) und das Baby-Zubehör-Regal (mit Baby-Spülmittel, Trinklern-Sets und temperaturanzeigenden Löffeln, mit Babykost-Turbo-Wärmern, musikmachenden Baby-Waagen und mindestens 27 verschiedenen Babyphone-Modellen).

Ganz schon viel Aufwand, den man für ein Baby betreiben muss.

Es ist nur so: Das muss man nicht. Wir haben nicht mal einen Bruchteil all dieser Produkte für unsere Kinder gekauft. Und auch für zukünftige Kinder werden wir nicht mehr kaufen.

Geht es auch anders? Aber ja!

Wir verwenden Stoffwindeln. Die dreckigen Windeln transportieren wir unterwegs in einer Plastiktüte. Ein Wet-Bag kann hilfreich sein – notwendig ist er nicht. Zu Hause sammeln wir die Windeln in unserer Windeltonne. Als Wickelunterlage nehmen wir ein einfaches Molton-Tuch oder ein altes Handtuch. Wer es schicker haben möchte, kann eine Wickelunterlage aus Stoff oder eine Wickeltasche verwenden. Auch ein Lammfell kann eine gute Lösung sein.

Zum Popo sauber machen benutzen wir ganz normale Waschlappen, die mit den Windeln gewaschen werden – auch unterwegs. Der Babypopo braucht normalerweise gar keine Extra-Pflege. Wenn er etwas gerötet ist, tragen wir etwas Öl auf (Olivenöl reicht vollkommen), bei stärkeren Rötungen nehmen wir eine Popocreme oder Heilwolle.

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Eine minimalistische Auswahl an Pflegeprodukten

Für Gesicht und Körper verwenden wir keinerlei Cremes, Lotionen oder Öle – außer zur Massage und zum Teil zum Baden. Dafür reicht ein einfaches, hochwertiges Öl (bspw. Olivenöl). Wer es etwas wohlriechender mag kann auch ein mildes Körper-Öl verwenden – die gibt es auch in der Glasflasche. Badezusätze verwenden wir keine.

Ganz kleine Babys waschen wir nur mit Wasser, größere Babys und Kinder (aber auch Erwachsene) können sich mit einer milden Seife (bspw. Aleppo-Seife) waschen. Das funktioniert bei Haut und Haar.

Das ist unsere minimalistische Baby-(Pflege)-Ausstattung. Kommt ihr mit noch weniger Pflege-Produkten aus? Habt ihr Geheimtipps? Oder gönnt ihr euch gern das volle Programm?